21
Nov
2008

Alltag eines Rentners 6

In meiner Planung ist heute Waschtag. Nicht so ein Kleinkram wie Handtücher etc., sondern richtig Waschtag, also Betten abziehen und so. Ich frage Schw.-V. ob er mir seine Bettsachen abziehen könnte oder ob ich das machen soll. Zunächst nimmt er erst noch einen Schluck Kaffee und dann kommt: „Brauchste noch nicht, war da ja nur alleine drin.“ „Stimmt schon, aber man schwitzt ja jede Nacht so gut zwei Liter Flüssigkeit aus. Also sollte man dann doch mindestens einmal in der Woche die Bettwäsche wechseln und die Matratzen absaugen und lüften. Weißt Du, schon wegen der kleinen Krabbelviecher, die sich von unseren Hautschuppen ernähren. „Von denen hab ich schon gelesen, aber die fühlen sich nur wohl, wenn man nicht richtig lüftet und das mache ich ja jeden morgen.“ Jetzt muss ich mir was einfallen lassen; eine endlose Diskussion will ich nicht und belehren wollte ich ihn auch nicht. „Können wir es trotzdem tun, ich habe nämlich nur heute Zeit für die Wäsche.“ „Wieso, musst Du weg?“ „Nein, weg muss ich nicht, aber mein Plan sieht es so vor. Den würde ich gerne einhalten.“ Schweigen. Es scheint gewaltig hinter der Stirn zu arbeiten. „Wenn Du schon einen Plan aufstellen musst, um all Deine Arbeit zu erledigen, dann lass das man, ich regele das und dann kannst Du nächste Woche waschen. Sprach es, trank den letzten Schluck Kaffee aus und ging in seine Räumlichkeiten. Ich glaube, das war die Rechung ohne den Wirt.

20
Nov
2008

Alltag eines Rentners 5

Mieses Wetter ist eine scheußliche Sache. Schw.-v. denkt das wohl auch, denn er steht seit gut einer Stunde bewegungslos an der Terrassentür und harrt der Dinge die da kommen. Ich würde glatt einen Penny für seine Gedanken spenden, aber entscheide mich fürs Schweigen. Er wird sich schon mitteilen, wenn ihm danach ist. Während ich meinen Hefeteig für den Nachmittagskuchen ansetze, rührt sich der Mann nicht von der Stelle. Nachdem ich den Teig zum Gehen weggestellt, mir die Hände gereinigt habe und noch grübele was ich dem Mann Gutes tun kann, fragt er: „Wie lange dauert das denn so, mit dem Wetter mein ich?“ „Schwer zu sagen Vater, manches Mal geht’s schnell vorbei und manches Mal dauert es Tage. Hattest Du was Besonderes vor?“ „Nee. Ich frag nur so, weil ich bei uns immer einschätzen konnte wie es weiter geht, man macht ja so seine Beobachtungen.“ Daher weht also der Wind, die Situation ist neu und braucht Aufmerksamkeit. „Setz Dich doch Vater, soll ich dir einen Stuhl direkt an die Tür stellen?“ Nee, lass man, man muss sich ja auch mal bewegen und kann nicht immer nur in der Ecke sitzen.“ Da müssen Kräfte am Werke sein, welche ich, außer dem Lidschlag, nicht wahrnehmen kann. Bei dem Mann kannste echt noch was lernen.

19
Nov
2008

Alltag eines Rentners 4

Der erste Gang durch den Garten hat viel im Kopf des Mannes zum Arbeiten gebracht. Ihm gefällt ganz und gar nicht, dass sich in fast allen Ecken Laub herumtreibt. Mir auch nicht, aber was will Frau machen, sie hat auch nur zwei Hände. Das die Tage mit 24 Stunden eigentlich immer zu kurz sind, ist ja auch nicht neu. Man müsste das doch mal…. Und man könnte doch… Klar kann und muss man, aber es muss warten; ich habe noch so viel anderes zu erledigen, besonders in dieser Jahreszeit; in 5 Wochen (in Worten fünf) ist Weihnachten und die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten mit gut 8 bis 12 Personen brauchen Zeit und Stauraum. Ich muss also erst einmal mein Haus wieder auf die Reihe bekommen.

Das versteht natürlich auch ein lebenserfahrener Mann von 95 Jahren. Sein Gang durch den Garten wiederholt sich nun fast täglich und dauert immer ein bisschen länger als erwartet. Der kleine Laubbesen wurde von Schw.-V. im Stall entdeckt und nun verschwindet, bei jedem Außenaufenthalt im Freien, ein Minihäufchen Laub. Mal hier ein Eckchen, mal da ein Eckchen. Schw.-V. hat eine Beschäftigung gefunden; die ihn hoffentlich nicht überfordert; die ihm aber eine neue Aufgabe beschert hat. Ein guter Grund täglich ins Freie zu kommen.

Danke Vater!

18
Nov
2008

Alltag eines Rentners 3

Ein Spaziergang an frischer Luft wurde ins Auge gefasst. Schw.-V. sucht sich seine Sachen zusammen und macht sich bereit den Garten zu erobern. Leider ist das Wetter ja nun doch schon sehr kalt geworden (4°C). Die Fellmütze mit den Ohrenklappen soll es sein, damit der Kopf nicht so auskühlt. Leider ist sie nicht auffindbar. Wo kann die nur sein? Kartons stehen noch reichlich in der hinteren Diele, aber wir haben keinen Überblick mehr, da Schw.-V. so seine eigene Ordnung hat; mein Büro und die gesamte Bibliothek auch noch in Kartons stehen. Es ist eben noch nicht so eingängig, das neue System; der Schrank ist kleiner und eben anders einsortiert. Schw.-V. bittet doch mal zu schauen, wo die denn sein könnte. Mir fällt zunächst ein Karton mit der Ankreuzung „Garderobe“ auf. Also aufgemacht und reingeschaut. Nichts. Dann eben doch der Schrank. Gewissenhaft schaue ich alle Fächer durch; nichts. Jetzt bin ich etwas ratlos, sollte ich ihm zu einem Hut und noch dickerem Schal raten? Zunächst gestehe ich, ich kann das Mützchen nicht finden. Aber eingepackt habe ich sie, ich weis es genau, sie lag auf der Garderobe. Ein alter Herr ist kein Modenarr, somit ist die Auswahl der Stücke praktisch und einzeln. Alles Suchen ergibt kein Ergebnis. Der Spaziergang ist beschlossen, also wird er auch durchgeführt; komme da was wolle. Nun beschließt Schw.-V. sich einer Kopfbedeckung seines Sohnes zu bedienen, bis seine eigene wieder auftaucht. Gesagt getan und ab in den Garten. Ich bin’s zufrieden und konzentriere mich auf meine Hausarbeit. Als ich den Kompost entsorgen will, stehen Schw.-V. und ich uns dann im Garten gegenüber. Schw.-V. fühlt sich sichtlich wohl. Ich kann mir ein breites Grinsen nicht verkneifen, auf seinem Kopfe thront eine Mütze, die definitiv nicht meinem Mann gehört. Wo er die wohl her hat?

17
Nov
2008

Alltag eines Rentners 2

Die Uhr schlägt zehn.

„Soll ich schon mal die Kartoffeln schälen?“
Stirnrunzeln meinerseits; habe ich nicht gerade die Küche erst von den Frühstücksschlachten befreit?
„Nein, danke Vater, ich brauche heute keine geschälten Kartoffeln.“
Schweigen von seiner Seite. Nach zwei Minuten.
„Ich habe das immer gemacht.“
„Ja, mag sein, aber heute brauche ich keine geschälten Kartoffeln.“
„So, dann gibt es heute also keine Kartoffeln?“
Ich ahne, dass der arme Mann denkt zu verhungern. Vielleicht gibt es ja Reis und den kann er genauso wenig ausstehen wie gekochte Nudeln. Es ließe sich noch vieles einreihen, was der Bauer nicht kennt, dass …
„Doch, aber es sind Pellkartoffeln heute.“
Nichts zur Erwiderung, Vater geht in seinen Wohnbereich. Jetzt denke ich mir, hätte ich doch Salzkartoffeln planen sollen, damit er eine Beschäftigung hat? Ich denke nein, dann komme ich nämlich irgendwann zu dem Punkt, dass ich nur noch Salzkartoffeln servieren muss. Ich verdränge den Gedanken und nach einem erneuten Blick auf die Uhr gehe ich meine Wäsche aufhängen. Als ich in die Küche zurückkomme, sitzt Vater dort und schaut mich erwartungsvoll an.
„Na, Vater; was sagen die Nachrichten, gibt es was Neues?“
„Ich mag die im Mantel nicht, die sind immer so klebrig.“
Hääääh? Blöd kuck; was soll mir das jetzt sagen?
„Was ist im Mantel immer so klebrig?“
„Nicht es, sie!“
Grübel; was will der Mann, wovon spricht er gerade?
„Sie?“
Leicht ungehalten aber lächelnd; „Die Pelldinger natürlich!“
Ah, so also. „Ich werde sie dir schon auskleiden!“
„Ich will mich nicht verkleiden!“
„Ich wollte doch nur sagen, ich werde sie dir schon schälen.“

„Das wollte ich doch vorhin schon; gib man her, ich mach das. Das habe ich immer getan.“

"Mahlzeit"

14
Nov
2008

Alltag eines Rentners 1

Der Alltag eines Rentners sieht; betrachet man das Alter von 95 Jahren; wie folgt aus. Gegen 7:00 Uhr steht der Mann stramm im Bad. Es ist noch dunkel da draußen, der Regen klatscht an die Fenster und am liebsten würde ich selber wieder in meinem Bett verschwinden. Mein Mann hat vor gut einer Stunde das Haus verlassen; mein Kind; welches sich sporadisch hier einfindet; wird auch gleich wieder fahren. Die Zeit für mich in Ruhe einen Kaffee zu trinken und ein bisschen an der nächsten Socke zu stricken. Socken sind gut, man braucht nicht viel nachdenken, das flutscht einfach so nebenbei. Das geräuschvolle hantieren im unteren Bad kommt zu einem Ende und Vater geht in seinen Wohnbereich. Kurz darauf erscheint er im Esszimmer und setzt sich zum Frühstück. Zwei Scheiben Rosinenbrot mit Honig und ein Kaffee; endlich mal wieder Kaffee; stärken ihn für den beginnenden Tag. Während ich die Küche und das Esszimmer wieder herrichte, macht er sich daran, sein Bett und das Zimmer zu lüften und nach gut einer Stunde sein Bett zu ordnen. Danach reinige ich den Kachelofen, mache ihn an und sorge dafür, dass er genügend Holz zum Nachlegen vorfindet. Alle halbe Stunde wird Radio gehört; natürlich die Nachrichten, man muss ja informiert sein. Leider ist die Lautstärke für meine Ohren nicht erträglich, sodass ich erst einmal in den ersten Stock verschwinde und mich um den Wohnbereich der jungen Leute kümmere. Bin ich froh, dass am Tage nicht oft jemand hier ist und wir keine Nachbarn in Hörweite haben.

7
Nov
2008

Schon November ?

So, nachdem wir schon November haben, mal wieder ein kleiner Muckser von meiner Seite.

Wie der 95.Geburtstag am Wochenende ausfällt ist noch fraglich. Zum Feiern ist niemandem zu mute und in der Woche darauf, hat die beste Freundin meiner Schw.-M. ihren 88ten. Alles eigentlich glückliche Anlässe, aber so richtig wohl ist keinem dabei, häufig rollen bei den Jubilaren die Tränen.

Die Kartons mit den nicht lebenswichtigen Sachen sind gepackt, die Räume fertig und Schwiegervater wohl nun bereit zum Umzug. Noch die Ärzte abklappern und die Akten herausgeben lassen und dann geht es ab die Post.

Das Pflegebett kommt gut bei Schw.-V. an, da er sich nicht mehr so tief fallen lassen muss; geht eben von Sitzhöhe bis Stehhöhe hydraulisch zu verstellen. Auch die Liegepositionen sind variabel und lassen jede Bequemlichkeit zu. Sollte ihm also langweilig werden, kann er „Bett fahren“ und sein Bett bequem in vernünftiger Höhe bearbeiten. Ansonsten freut er sich auf die Spaziergänge im Garten, welche er dann auch ohne Begleitung hinbekommen kann. Ist eben ein Vorteil, wenn man sich auskennt in der neuen Umgebung, trotz Sehbehinderung. Allerdings müssen wir noch schauen, dass wir nach Möglichkeit alle Stolperfallen beseitigen. Bei alten Leuten reicht ja manches Mal schon eine Teppichkante und außerhalb des Hauses eine schief stehende Gehwegplatte. Also noch reichlich Arbeit. Aber alles besser, als wenn er nur am Fenster sitzt und nichts machen kann.

Zurzeit suche ich mir gerade alle möglichen Rezepte, welche ein alter Mensch auch ohne gute Zahnfunktion zu sich nehmen kann. Eine Umstellung dürfte es auch noch für mich werden mit dem Würzen. Wir essen sehr gerne scharf und knackig, sowie viel Rohkost und Salate. Das sind aber Sachen, welche bei alten Leuten nicht gut ankommen. Aber alles zu Mus kochen bringt ja auch nichts, die Vitamine sind dann flöten. Muss also noch kräftig experimentieren. Ich weis nur noch nicht, wer mein Versuchskaninchen werden soll.

6
Nov
2008

Versuch macht klug oder auch nicht

So, nachdem wir schon November haben, mal wieder ein kleiner Muckser von meiner Seite. Die Kartons mit den nicht lebenswichtigen Sachen sind gepackt, die Räume fertig und Schwiegervater wohl nun bereit zum Umzug. Noch die Ärzte abklappern und die Akten herausgeben lassen und dann geht es ab die Post.

Das Pflegebett kommt gut bei Schw.-V. an, da er sich nicht mehr so tief fallen lassen muss; geht eben von Sitzhöhe bis Stehhöhe hydraulisch zu verstellen. Auch die Liegepositionen sind variabel und lassen jede Bequemlichkeit zu. Sollte ihm also langweilig werden, kann er „Bett fahren“ und sein Bett bequem in vernünftiger Höhe bearbeiten. Ansonsten freut er sich auf die Spaziergänge im Garten, welche er dann auch ohne Begleitung hinbekommen kann. Ist eben ein Vorteil, wenn man sich auskennt in der neuen Umgebung, trotz Sehbehinderung. Allerdings müssen wir noch schauen, dass wir nach Möglichkeit alle Stolperfallen beseitigen. Bei alten Leuten reicht ja manches Mal schon eine Teppichkante und außerhalb des Hauses eine schief stehende Gehwegplatte. Also noch reichlich Arbeit. Aber alles besser, als wenn er nur am Fenster sitzt und nichts machen kann.

Zurzeit suche ich mir gerade alle möglichen Rezepte, welche ein alter Mensch auch ohne gute Zahnfunktion zu sich nehmen kann. Eine Umstellung dürfte es auch noch für mich werden mit dem Würzen. Wir essen sehr gerne scharf und knackig, sowie viel Rohkost und Salate. Das sind aber Sachen, welche bei alten Leuten nicht gut ankommen. Aber alles zu Mus kochen bringt ja auch nichts, die Vitamine sind dann flöten. Muss also noch kräftig experimentieren. Ich weis nur noch nicht, wer mein Versuchskaninchen werden soll.

28
Okt
2008

Neuer Start mit 95

Unser Alltag hat sich extrem verändert, wir müssen jetzt wieder für einen mehr mitdenken. Die Beisetzung fand in einem sehr kleinen Kreis statt, weil natürlich kaum noch jemand von dem Freundeskreis der Schw.-Eltern lebt. Schwiegervater weis immer noch nicht so recht wie mit der Trauer umgehen; mein Mann versucht es mit Aktionismus. Solange mein Mann arbeiten muss geht alles gut, danach aber muss eine Flut von Formularen und Anträgen gestellt werden. Die Rennereien zur Erledigung der Hinterlassenschaften sind typisch Deutsch, von der Wiege bis zur Bahre Formulare, Formulare. Leider muss Schw.-V. alles selber unterschreiben, so dass mein Männe ihm alles haarklein vorlesen und eindeutschen muss, danach muss alles nochmals ausdiskutiert werden und dann endlich kann er unterschreiben. Gestern haben wir festgestellt, dass Schw.-V. einen Teil der erledigten Sachen schon vergessen hat. Dafür hat er seine Wohnung schon soweit ausgeräumt, dass wir einige Sachen vermissen. Da er nicht lesen kann was er schriftlich vor sich hat, ist schon manche Gerätegarantiekarte etc. in den Papiercontainer gewandert. Die Dokumente haben wir hoffentlich alle vorher zusammen gehabt. Es wird sich zeigen, was wir noch alles nachordern müssen bei den Ämtern. Seinen Hausstand reduziert er nach Gutdünken. Soll mir recht sein, desto weniger muss ich in Kartons verpacken und mit zu uns ins Haus schleppen. Seine Räumlichkeiten sind nun fast fertig. Das Pflegebett haben wir schon abgeholt und mit viel Mühe (die Dinger sind irre schwer und breit) ins Haus bekommen. Alles neu desinfiziert und dann aufgestellt. Jetzt noch das Blindenradio installieren und dann können seine Möbel und seine persönlichen Sachen geholt werden. Bin gespannt wie er sich bei uns einfügen kann und wie wir mit der neuen Situation fertig werden.

10
Okt
2008

Vermissen...


 

Vermissen
werden
wir sie,
die
liebevolle
Ehefrau,
die liebevolle Mutter, die herzliche Schwiegermutter
und die geliebte Oma. 84 Jahre ist heute kein Alter
zum Sterben, heute nicht. Dennoch war es ihr  nicht
vergönnt
die
irdische
Reise
fortzusetzen.
Friedlich
ist sie
heute
Nachmittag
von uns
gegangen.
Zurück
bleibt
nicht
verstehen,
verwirrte
Geister
regeln
nach
Plan.

8
Okt
2008

Der Herbst...

…bringt viel Arbeit mit sich. Seit ende August haben wir den ersten Laubfall. Natürlich ist er nicht so stark wie in diesen Monaten, aber er beginnt ende August und endet meistens im November. Der Bergahorn hat sein Laub zur Hälfte abgeworfen, die Erlen sind noch etwas widerstandfähiger, die Eichen haben sich bisher nur unter starkem Wind etwas geschüttelt und die Eschen stehen bereits kahl da. Auch die Buchen halten sich tapfer, bis der erste richtige Frost einsetzt, dann können auch sie nicht anders, als ihr Laub in den Kreislauf zu geben. Wie jedes Jahr stellt sich die Frage wohin damit oder was damit anfangen? Zunächst finde ich aber sollte man den Herbstzauber des Laubes genießen. Man ist immer wieder erstaunt, wie die Natur es schafft, solche Farben im Sterbe-Prozess hervorzubringen. Wozu so viel Schönheit in solch einer Phase? Das Laub der Bäume ist ein riesiges, hocheffizientes Energiesystem. Im Frühjahr und Sommer sind die Blätter der meisten Pflanzen grün, nur im Herbst wechseln die Blätter die Farben. Der grüne Blattfarbstoff Chlorophyll macht den Hauptteil der Pigmente aus und überdeckt normalerweise die anderen Pigmente. Im Herbst, wenn Chlorophyll durch die längere Dunkelzeit abgebaut wird, kann man die anderen Farbstoffe sehen.
Das Laub der Bäume ist ein riesiges, hocheffizientes Energiesystem. Die Photosynthese ist ein chemischer Prozess, der dafür sorgt, dass bei genügend Sonnenlicht, das grüne Chlorophyll der Luft Kohlendioxid entzieht und in Energie (Zucker) umwandelt. Als Abfallprodukt wird Sauerstoff produziert. Damit sind Laub-Bäume eine der wichtigsten Stützen unserer (hoffentlich bald wieder reinen) Luft. Alle Blattfarbstoffe sind höhermolekulare organische Stoffe.

Blattfarben und die bestimmenden Pigment

Frühling, Sommer
Chlorophyll grüner Blattfarbstoff der Pflanzen und Cyanobakterien, kommt in den Varianten a, b, c, d, e vor.
Herbst
Anthocyan roter bis violetter nicht photosynthetisch aktiver Blatt- und Blütenblattfarbstoff der Pflanzen
Carotine orangener Blattfarbstoff der grünen Pflanzen Xanthophylle gelber Blattfarbstoff der grünen Pflanzen, mit Carotinoiden verwandt.

Ein einzelner Baum lässt, laut Fachliteratur, Blätter mit einer Gesamtoberfläche von gut 1000 Quadratmetern fallen. Das Laub von acht bis zehn großen Bäumen hat die Fläche eines Fußballfeldes. Rund 100 Millionen Tonnen wiegt der grüne Farbstoff im Laub, den alle Pflanzen der Welt jedes Jahr produzieren – und im Herbst wieder abbauen. Wenn das Schauspiel am spektakulärsten ist, dann ist es auch schon fast vorbei. Bald entflammt das Laub an den Bäumen rot und gelb, Indiansummereffekt. Was wie ein kräftiges Lebenszeichen aussieht, ist ein letztes Aufflackern, ein Signal des Sterbens. Braun und tot fallen die Blätter am Schluss dieses Prozesses zu Boden. Es bleibt Melancholie und tonnenweise Kompost. Der Kompost allerdings ist einer der Besten, weil man damit in darauffolgenden Jahren seine Balkonkästen oder aber auch die Terrassenkübel neu bestücken kann und somit nur wenig oder keinen künstlichen Dünger extra braucht und die Blumen dennoch hervorragend blühen. Sie erhalten alles an Nährstoffen was notwendig ist. So ist sie zu uns, die Natur, fürsorglich.

Buchtipp

Ich habe einen Lesetipp bekommen. Das Buch heißt:

>> Die Entbehrlichen<<

Darin geht es um Dorrit; Doritt Wegner. Sie ist gerade 50 geworden. Sie wird abgeholt und in die „Einheit“ gebracht. Es ist ein luxuriöses Haus, welches mit Suiten, Fitnessclub, Schwimmbad und weiteren tollen Dingen ausgestattet und von der Außenwelt völlig abgeschnitten ist. Alle Räumlichkeiten und Personen werden mit der Kamera überwacht; selbst auf der Toilette. Sie geht dort nicht freiwillig hin.


Sie wird zwangsweise dort eingeliefert weil sie fünfzig Jahre alt ist, keinen Mann und auch keine Kinder hat. Sie gehört für die Gesellschaft zu den „E N T B E H R L I C H E N“, sie ist wie viele Andere dazu verdonnert, ihre Organe und ihr Leben durch eine sogenannte Endspende für die „Benötigten“ zu opfern. Das heißt, sie muss eine Niere spenden, wenn sie gebraucht wird, sie muss die Hornhaut eines Auges spenden und auch eine Bauchspeicheldrüse. Denn alles wird gebraucht von einer Frau, welche Arbeit hat und vier Kinder großziehen muss. Wie zu erwarten, sträubt sie sich gegen diese Anordnung und versucht natürlich alles, um zu überleben, schwanger zu werden, zu fliehen. Viele weitere beklemmende, spannende, aber auch einfühlsame Dinge passieren bis zum Ende des Buches, welches Ninni Holmqvist geschrieben hat. Die Parallelen zum heutig Machbaren sind nicht soweit weg; die Frage der Daseinsberechtigung der heutigen Frauen ohne Kinder aber auch nicht. Sind wir schon soweit; Ersatzteillager Mensch?

5
Okt
2008

Wildgulasch mit Trauben

Mit großen Schritten naht das Wochenende und da wir einen Tag mehr frei haben, werden wir uns ein nettes Essen gönnen, welches auch etwas länger in der Zubereitungszeit (ca. 2 Std.) in Anspruch nehmen darf.


1 kg 

Wildgulasch (z.B. Rot- oder Dammwild)

2 EL 

Öl
.
Salz
.
Pfeffer


Zwiebeln

2 EL 

Mehl

¼ Ltr. 

Rotwein

1/8 Ltr. 

Apfelsaft

5  

Wacholderbeeren

2  

Pimentkörner

1 EL  

bunte Pfefferkörner

2  

Lorbeerblätter

2  

kleine Äpfel

100 g  

Grüne Weintrauben

100 g 

Blaue Weintrauben

Beilage  

Kartoffelknödel, Salzkartoffeln  oder Kroketten

Das Fleisch wird mit kaltem Wasser abgespült und trocken getupft, um es dann Portionsweise in heißem Öl anzubraten. Danach mit salz und Pfeffer würzen. Die Zwiebeln schälen und in Spalten geschnitten zum Gulasch geben und gut mit anschmoren. Das Fleisch und die Zwiebeln dann mit dem Mehl bestäuben und nachrösten. Anschließend mit Rotwein, Apfelsaft und Wasser ablöschen. Gewürze zufügen, kurz aufkochen und dann bei mittlerer Hitze gut 11/2 Std. schmoren. Zwanzig Minuten vor dem Ende der Garzeit die Äpfel waschen, schälen und entkernt in Spalten schneiden. Die Weintrauben halbieren, wenn nötig entkernen und dann zum Gulasch geben. Weitere 15 Min. schmoren und dann nochmals abschmecken und nachwürzen.
Das Gulasch dann mit Salzkartoffeln, Kartoffelknödeln oder auch Kroketten servieren.

4
Okt
2008

Neues von der (Alten-) Front

Was für ein Tag. Nachdem wir erst um ein Uhr heute Morgen zu Bett gekommen sind, habe ich den Wecker leider etwas misshandelt, als er sich erdreistete mich um fünf Uhr zu wecken. Eigentlich ja selber schuld, hätte ihn nur umstellen brauchen, um dann human bis acht oder so zu schlafen. Richtig einschlafen konnte ich somit nicht mehr. Dennoch bekam ich, die zuhause weilenden Familienteile, zu einem gemeinsamen Frühstück zusammen, welches aber erst um 10:30 Uhr beginnen konnte. Man so ein kaputter Tag; man kann nichts mehr beschicken und fühlt sich um 15:00 Uhr schon wieder reif für die nächste Runde Schlaf. Haben wir nicht gemacht, heute ist wieder Haushaltstag. Das heißt Einkaufen und das Nötigste an Hausarbeiten erledigen. Morgen dann Oma-Tag; Einkäufe und Wäsche vorbeibringen, Balkonpflanzen versorgen usw.; Dienstag dann Opa-Tag gleiches Spiel, usw. usf.

Beim letzten Aufsuchen der Oma; es war der erste Tag, an dem Oma mich nicht erkannt hat. Als ich in das Appartement kam, war gerade eine der Pflegerinnen anwesend und fütterte meine Schw.-M.; begeistert sagte sie: „Oh, Frau J. sie haben ja Besuch, dann lassen sie uns noch den letzten Löffel voll essen und dann lass ich sie in Ruhe.“ „Guten Tag Mutter, nah wie war die Zwischenmahlzeit, hat es geschmeckt?“ Es war ein Fruchtquark; Schw.-M. schaute mich an und fragte: “Wer sind Sie denn, was machen Sie denn in meinem Zimmer?“ Da viel mir erst auf, dass sie mich wirklich nicht erkannte. Ich erklärte ihr wer ich bin und dass sie ja wohl noch ihre Schw.-T. erkennen würde?“ Sie sah mich lange an, sagte dann: „Ach so!“, machte die Augen zu und hielt ihr Vormittagsschläfchen.

Schaut ganz gut aus. Die Pflegerin zwinkert mir zu und sagt im vorbeigehen: „Sie ist so müde, aber mit dem Essen und Trinken klappt das jetzt.“ Erleichterung, denn die erste Zeit war das sehr beunruhigend und ging soweit, dass sie sogar an den Schlauch musste. Insgesamt hat sie aber dennoch sehr stark abgenommen. Sie wird wohl endgültig ein Liegefall bleiben; wir können sie nicht einmal mehr in den Rollstuhl bringen. Sollte sich an dem Gesundheitszustand nichts weiter verschlechtern, dann steht einer Hauspflege nichts im Wege.

Ich habe dann den Balkonkasten ein bisschen herbstlich bepflanzt. Die Wäsche einsortiert, die gebrauchte eingesammelt usw. Schw.-M. schlief noch immer. Nachdem ich alles erledigt hatte, wollte ich auch nicht eine Stunde nur dasitzen und einer schnarchenden Schw,-M. zuschauen, sodass ich dann wieder gegangen bin. Im Schwesternzimmer habe ich dann nochmals Bescheid gesagt und bin dann heim.

Wir werden uns damit abfinden müssen, dass Schw.-M. immer häufiger Ausfälle haben wird. Ihren Mann und auch ihren Sohn erkennt sie noch auf Anhieb, ist aber auch natürlich, da dieses im Ultralangzeitgedächtnis gespeichert ist. Wenn sie mich nicht jeden Tag sieht, geht eben doch vieles verloren. Es bleibt abzuwarten, wie sich das weiterentwickelt; es könnte eine Hauspflege sehr schwierig gestalten, zumal ich dann auch Schw.-V. dabeihaben werde.

Schw.-V. ist jetzt entgültig einverstanden umzuziehen, aber nur wenn seine Frau auch mit einziehen kann. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Das ist etwas was ich nicht zusagen kann, da das ein Arzt entscheiden muss. Solange will Schw.-V. aber noch in der Wohnung bleiben. Er klammert sich noch immer an den Gedanken, dass es wieder wird wie es war. Aber dieses wird es mit Sicherheit nicht. Ich denke im Unterbewusstsein ist es schon bei ihm angekommen, aber so richtig akzeptieren will er es noch nicht, denn das erhöht seine Abhängigkeit. Wir nehmen ihn bei uns auf, ist gar keine Frage. Die Räumlichkeiten werden gerade neu gestrichen. Aber wer will schon mit 95 Jahren abhängig sein? Ich denke, bei ihm ist es ein Gefühl von Bitten müssen, weshalb er sich auch so schwer tut. Die Eigenständigkeit muss, ohne Rückkehrmöglichkeit, aufgegeben werden und das schmerzt. Da spielen dann ganz brennende Fragen eine entscheidende Rolle. Werden wir uns vertragen auf so engem Raum? Bekomme ich alles ohne ständig nachfragen zu müssen? Werden die alles so machen wie ich es will? Werde ich es ertragen, wenn die jungen Leute Partys feiern oder viele Gäste haben? Bekomme ich die nötige Ruhe, die ich haben möchte? Werde ich denen nicht einfach nur zur Last fallen? Bin ich dann nicht zu weit weg von meinem bisherigen ruhigen Leben? usw.

Wir werden Geduld brauchen, auf beiden Seiten.

Wer hat es gewußt?

Räsellösung vom 30.09.2008

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  1. SCHOKOLADE
  2. KUEKEN
  3. HOERER
  4. FENSTER
  5. BRAUTKLEID
  6. ZAUN
  7. LIMONADE
  8. WASSER
  9. FINGER
  10. ZUFALL
  11. MAUS
  12. MADE
  13. WAAGE
  14. AERGER

3
Okt
2008

Rosenkohlauflauf mit Käse

Für diesen Auflauf brauchen wir:

750 g  

Rosenkohl

100 g 

Schinkenspeck


Zwiebeln

1 Tasse 

Wasser

400 g  

Kasseler am Stück

300 g 

Edamerkäse am Stück

200 g 

Tomaten

1 Be.

Joghurt

1 Tasse 

süße Sahne


Ei
.
Salz
.
Pfeffer
.
Muskat

2 EL 

Paniermehl

60 g 

Butter

Backofen auf 175°C vorheizen.
Speck und Zwiebel (geschält) würfeln und in einer Kasserolle auslassen.
Den Rosenkohl in der Zeit putzen und dann hinzugeben. Das Wasser hinzugießen und alles im geschlossenen Topf ca. 10 min. garen. In dieser zeit eine Auflaufform vorbereiten und den Kasseler und den Käse in mundgerechte Würfel schneiden. Die Tomaten kurz in kochendem Wasser anbrühen und dann abziehen und achteln.
Jetzt alles in die feuerfeste Auflaufform füllen. Den Joghurt und die Sahne mit dem Ei verschlagen und gut würzen. Dann mit Paniermehl bestreuen und mit Butterflöckchen besetzt in den vorgeheizten Ofen schieben. Nach gut 40 Min. Garzeit bitten wir dann zu Tisch. Guten Appetit.

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